Vorträge und Führungen

Vorträge des Historischen Vereins Schweinfurt in Zusammenarbeit mit dem Museum Otto Schäfer 2026

  

Sonntag, 27.September 2026, 18 Uhr (WissensZeit)

Museum Otto Schäfer, Judithstraße 16, 97422 Schweinfurt 

Hans Driesel: „Denk ich an Deutschland in der Nacht“ – Heinrich Heine   

Sein gedankenschweres Wort „Denk ich an Deutschland in der Nacht“ scheint aktuell. Deshalb eröffnet das Museum Otto Schäfer sein Herbstprogramm mit Betrachtungen zu Heinrich Heines Leben und Werk. Hans Driesel entführt lesend und überwiegend frei rezitierend in eine Zeit des gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, aber auch literarischen Umbruches. Heine entwickelt sich nicht nur zum Satiriker und politischen Dichter, sondern auch zu einem der bedeutendsten Liebeslyriker seiner Zeit. Als kritischer Journalist gleichermaßen bewundert wie gefürchtet, der Zensur überdrüssig, emigriert er nach Frankreich. Dort wird er an seine literarischen Erfolge anknüpfen und mit Größen des europäischen Kulturlebens zusammentreffen. In Paris geht Heine nach jahrelangem Siechtum seinen letzten Weg, der in die Unsterblichkeit führt.

 

Eintritt: je € 8,50 (für Mitglieder des Historischen Vereins: frei!). Die Tickets gibt es auf der Homepage des Museums Otto Schäfer oder an der Kasse des Museums zu erwerben. Abendkasse nach Verfügbarkeit.


Sonntag, 25.10.2026, 18.00

Museum Otto Schäfer, Judithstraße 16, 97422 Schweinfurt 

Dr. Markus Roth (Fritz-Bauer-Institut, Frankfurt a. M.):

Bücher im Ghetto – Literatur und lesen im Schatten des Holocaust

Auch während des Holocaust spielten Bücher für die Verfolgten eine große Rolle in den Ghettos und Lagern. Trotz der Verbote haben Juden im Geheimen Bücher hergestellt, Bibliotheken eingerichtet, sich in privaten Lesezirkeln getroffen und vieles mehr. Überdies versteckten sie wichtige religiöse und andere Werke vor der Zerstörungswut der Nationalsozialisten. All dem geht Markus Roth in seinem Vortrag anhand zahlreicher Beispiele nach. Er zeichnet ein lebendiges Bild von der Rolle von Büchern im Schatten des Massenmords.


Sonntag, 29.11.2026, 18.00

Museum Otto Schäfer, Judithstraße 16, 97422 Schweinfurt 

Prof. em. Dr. Niklas Holzberg (LMU München):

„Franken ist mir, dem deutschen Poeten, Stammland und Ursprung ...“ Konrad Celtis konstruiert seine Heimat

Der aus Wipfeld gebürtige Humanist kombiniert in seiner lateinischen Gedichtsammlung Amores („Liebeserfahrungen“) von 1502 Schilderun-gen seiner Amouren mit geographischen, historiographischen und ethno-graphischen Darlegungen über die vier Gegenden Deutschlands, in denen er jeweils mit einer Frau zusammen ist. In diesem Kontext konstruiert er für seine Heimat eine frühe „klassische“ Vergangenheit, in der z. B. Würz-burg von Griechen gegründet wird. Der Vortrag stellt das Gedicht 1,12 vor, in dem Celtis das meiste über das „Paradies“ Franken erzählt, wie er es sieht. Die einschlägigen Abschnitte werden in einer vom Vortragenden angefertigten metrischen deutschen Übersetzung zitiert.